Wenn eine Epidemie an unsere Tür klopft...

Fieber senken: Wadenwickel können unterstützend wirken Fieber senken: Wadenwickel können unterstützend wirken

Schicksalsschlag, Verschwörungstheorie oder Rache der Natur: es mangelt nicht an Theorien zum Auftauchen von Covid-19. Aber egal, wo es herkommt - das Virus ist definitiv da und hat unseren Alltag innerhalb kürzester Zeit umgekrempelt.

Keine direkten sozialen Kontakte, Läden und Beschäftigungen im Freien, Arbeiten im Homeoffice - unsere Gewohnheiten wurden auf den Kopf gestellt. Wenn wir das Zuhause nicht verlassen dürfen, was bleibt uns da noch? Wie bleiben wir bei Laune, wie gewöhnen wir uns an diese Veränderungen?

Seinen Alltag neu strukturieren

Warum nicht von dieser Phase profitieren und seine Gewohnheiten wirklich ändern? Das langsamere Tempo akzeptieren und sich darüber hinaus genau auf den Moment konzentrieren. Sich ganz auf das Erleben einlassen. Wenn uns Überfluss und die ständige Hektik genommen werden, bleibt uns das Wesentliche, wie unser Körper, unsere Gefühle, Gedanken und die Beziehungen zum Nächsten.

Diese Zeit der erzwungenen Entschleunigung könnte der richtige Moment sein, den Begriff der Achtsamkeit kennen zu lernen.

Achtsamkeit bedeutet, den Moment bewusst und ohne Wertung zu leben.

Beobachter unserer Gefühle und Gedanken zu sein, um aus dem Modus „Autopilot“ herauszukommen, besser auf die Empfindungen unseres Körpers zu reagieren und unsere unaufhörlichen und vielfältigen Gedanken mit Abstand zu betrachten.

Dieses von Jon Kabat-Zinn bekannt gemachte Konzept bietet verschiedene Trainingsmethoden, die uns erlauben, eine Pause zu machen, Körper und Geist zu entspannen und zu den einfachen Freuden des Alltags zurückzufinden.

Drei Achtsamkeitsübungen

1. Atmung

Richten Sie Ihre Aufmerksamkeit auf die Atmung.

  • Setzen Sie sich mit geradem Rücken bequem hin.
  • Atmen Sie bewusst erst tief ein und dann tief aus, wobei Sie alle Luft aus den Lungen herauslassen.
  • Atmen Sie zuerst nur in den Brustkorb und dann tief in den Bauch hinein.
  • Legen Sie die Hände auf den Bauch (in Höhe des Nabels), damit Sie die Bewegung Ihres Bauches im Atemrhythmus spüren.

2. Progressive Muskelrelaxation

Ziel dieser Übung ist es, durch abwechselndes Anspannen und Entspannen der Muskeln einen tiefen Entspannungszustand zu erreichen.

  • Setzen Sie sich bequem hin, den Rücken gerade und die Füsse flach auf dem Boden.
  • Schliessen Sie die Augen und konzentrieren Sie sich auf Ihre Atmung; versuchen Sie nicht, sie zu beeinflussen oder zu steuern.
  • Spannen Sie 6 Sekunden lang alle Muskeln Ihres Körpers an (oder nacheinander die von jedem Körperglied) und entspannen Sie sie dann plötzlich.
  • Beobachten Sie einige Augenblicke lang das Gefühl der Entspannung, das sich einstellt.

3. Bewusstes Handeln

Konzentrieren Sie sich vollständig auf die Tätigkeit, die Sie gerade ausführen.

  • Beispielsweise achtsames Essen.
  • Führen Sie keine anderen Tätigkeiten nebenbei aus.
  • Lassen Sie sich vollständig darauf ein, alle sensorischen Aspekte Ihres Essens zu erleben, den Geschmack natürlich, aber vor allem auch die Eindrücke, Gerüche, das Aussehen, die Geräusche.
  • Lassen Sie sich Zeit und geniessen Sie die Gefühle, die aufkommen.

Achtsam werden

Zum Beispiel kann man fokussierter und ohne Unterbrechung oder Ablenkung arbeiten. Oder man nimmt sich die Zeit, eine feine Mahlzeit zu kochen und sie mit Freude zu essen. Mit geliebten Menschen telefonieren und aktiv zuhören, was sie uns zu sagen haben.

Je mehr man Achtsamkeit lebt, desto produktiver und kreativer werden unsere Tätigkeiten und Gedanken. Man wird langfristig empathischer und entspannter.

Zurückfinden zu unserem Körper und unseren Gefühlen. An die frische Luft gehen und die Natur um uns herum beobachten. Kurz: das wieder zu finden, was wesentlich ist und unserem Wohlbefinden dient.

So paradox es auch scheinen mag - zuhause eingesperrt finden wir vielleicht unsere Freiheit zurück.