Muttermale: Harmlos oder ein Fall für den Arzt?

Muttermale: Harmlos oder ein Fall für den Arzt?

Gefährliche Muttermale von harmlosen Hautveränderungen zu unterscheiden, ist zuweilen schwierig. Wie man schwarzen und weissen Hautkrebs erkennt und wann ein Arztbesuch sinnvoll ist.

Gefährliche Muttermale erkennen

Vorneweg: Nicht alle dunklen Sprenkel auf der Haut sind bedenklich. Muttermale, auch Leberflecken genannt, sind meistens kein Anlass zur Sorge. Dennoch kann sich aus ihnen in seltenen Fällen ein malignes Melanom, schwarzer Hautkrebs, entwickeln. Er gilt als besonders gefährlich, weil er Metastasen, Tochtergeschwülste, bilden kann.

Schnell-Test für daheim

Wer unsicher ist, kann seine Muttermale – oder diejenigen des Partners, der Partnerin – zu Hause einem ersten Schnell-Test unterziehen. 

Trifft etwas davon zu, ist eine ärztliche Untersuchung sinnvoll. Ebenfalls dann, wenn das Muttermal juckt, nässt, blutet oder sich auf ihm eine Kruste bildet. Regelmässige Vorsorge ist vor allem für Menschen mit höherem Risiko wichtig:

  • bei mehr als 100 Muttermalen am Körper
  • wenn jemand schon einmal Hautkrebs hatte oder familiär vorbelastet ist
  • bei geschwächter Immunabwehr

Muttermal entfernen

Werden bösartige Muttermale früh entdeckt, stehen die Heilungschancen gut. Das Melanom wird bei einer Operation herausgeschnitten. Mit ihm die gesunde Haut ringsherum, um sicher zu gehen, dass alle Krebszellen entfernt werden. Ist dies der Fall, sind Rückfälle selten. Dennoch ist es wichtig, fortan regelmässig zur Nachsorge zu gehen.

Weissen Hautkrebs erkennen

Helle Hautkrebsarten, man spricht auch von weissem Hautkrebs, werden meistens ebenfalls chirurgisch entfernt. Ganz oberflächliche Formen (siehe aktinische Keratose) können mit oft mit einer speziellen Creme, abgefrieren oder Lichttherapie behandelt werden. Im Frühstadium ist weisser Hautkrebs gut heilbar. Unterschieden werden drei Krebsformen:

Basaliom oder Basalzellkarzinom

  • Es entsteht in der Basalzellschicht der Oberhaut und zeigt sich meistens an Körperstellen, die stark dem Sonnenlicht ausgesetzt sind: Kopfhaut, Glatze, Stirn, Nase, Lippen, Ohrenränder, Fuss- oder Handrücken.
  • Basaliome wachsen langsam. Sie zeigen sich durch Hautveränderungen, die sehr unterschiedlich sein können, etwa Verhärtungen, Ränder, die einer Perlenschnur ähneln, geweiteten Blutgefässen oder kleinen Kratern. Basaliome können darüber hinaus bräunlich oder gelblich verfärbt sein, glasig-weisslich glänzen, eine Kruste haben oder bluten.
  • Basaliome bilden fast nie Metastasen, treten nach einer Behandlung aber manchmal erneut an derselben oder anderen Körperstellen auf. Unbehandelt kann diese Krebsform in die Breite und Tiefe wachsen und Gewebe sowie Knochen und Knorpel zerstören.

Spinaliom (Stachelzellkrebs, Plattenepithelkarzinom)

  • Es entsteht in den Stachelzellen der Oberhaut und ist Folge chronischer Hautschäden, oft durch UV-Strahlung. Spinaliome sind deshalb ebenfalls auf den «Sonnenterrassen» des Körpers häufig zu finden. 
  • Typische Merkmale: Langsam wachsende Knötchen, die mit der Zeit verhornen und verkrusten. Teilweise bilden sich nässende oder blutende Wunden.
  • Spinaliome können Metastasen bilden, weshalb Früherkennung wichtig ist.

Aktinische Keratose

  • Sie ist eine Vorstufe von weissem Hautkrebs, entwickelt sich aus den Stachelzellen der Oberhaut und zeigt sich ebenfalls an den sonnenbeschienenen Körperstellen. Bei Männern häufig auf der Glatze, die scheckig aussieht.
  • Typische Erkennungszeichen: Hautfarbene, rötliche oder bräunliche Flecken oder Knoten mit schuppiger oder raurer Oberfläche.
  • Wird eine aktinische Keratose rechtzeitig entdeckt und entfernt, kann sich daraus kein weisser Hautkrebs mehr entwickeln.

Sonne gut dosieren

Auch bei weissem Hautkrebs gilt:

  • Auf Hautveränderungen achten und Auffälliges vom Dermatologen untersuchen lassen.
  • Die Haut vor übermässiger Sonnenstrahlung schützen. Sie ist einer der wichtigsten Risikofaktoren für alle Hautkrebsarten, auch für das maligne Melanom. Aufpassen sollten vor allem hellhäutige Menschen, die leicht einen Sonnenbrand bekommen.

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