Burnout-Syndrom: «Plötzlich ging nichts mehr»

Burnout-Syndrom: „Plötzlich ging nichts mehr“

Schweizer sind gestresst. Zumindest wenn man dem Job-Stress-Index glaubt. Der zeigt nämlich: Die Zahl der Schweizer, die ihre Belastungen nicht mehr mit ihren eigenen Ressourcen bewältigen können, steigt. Die Anzahl der Burnout-Erkrankungen steigt ebenfalls. Was ist ein Burnout genau und wie schützen Sie sich davor?

Was ist Burnout?

Der Begriff Burnout ist abgeleitet aus dem Englischen «to burn out» und bedeutet «ausbrennen». Ein Burnout ist ein emotionaler, geistiger und körperlicher Erschöpfungszustand. Laut WHO handelt es sich bei dem Syndrom um «Stress am Arbeitsplatz, der nicht erfolgreich verarbeitet werden kann». Betroffene können die Anforderungen im Berufsalltag mit ihren eigenen Ressourcen nicht mehr bewältigen und sind dauererschöpft.

Doch es geht nicht nur um die Belastung im Arbeitsalltag: Auch das Privatleben ist in vielen Fällen betroffen. Das zeigt einmal mehr: Burnout ist keine eindeutige Diagnose, sondern ein komplexes Phänomen, das sich je nach Person unterschiedlich äussert.

Burnout-Symptome

Ein Burnout-Syndrom entsteht nicht von heute auf morgen, sondern entwickelt sich in mehreren Phasen und über einen längeren Zeitraum.

WHO-Definition: 3 Haupt-Symptome

  • Gefühl von Erschöpfung
  • zunehmende geistige Distanz oder negative Haltung zum eigenen Job
  • verringertes Leistungsvermögen im Beruf

Weitere mögliche Symptome

Körperliche Symptome:

  • Kopfschmerzen
  • Müdigkeit
  • Schlafstörungen
  • Verspannungen
  • Magen-Darm-Beschwerden
  • Herzklopfen

Psychische Symptome:

  • sinkendes Selbstvertrauen
  • innere Leere
  • stärkere Verletzlichkeit bei Enttäuschungen und Verlusten
  • abnehmende Arbeitszufriedenheit
  • erhöhte Stressanfälligkeit
  • Depression (gedrückte Stimmung, Freudlosigkeit, Interessenverlust etc.)

In der Anfangsphase sind viele Betroffene noch sehr engagiert im Beruf. In der nächsten Phase werden sie zunehmend erschöpft, reizbar und innerlich unruhig. Es kann auch eine chronische Müdigkeit entstehen. In der Endphase resignieren Betroffene zunehmend, können sich schlecht konzentrieren und fühlen sich antriebslos. Viele Betroffene sind dann auch sehr niedergeschlagen.

Was kann zu einem Burnout führen?

Die eigenen Bedürfnisse, Ziele und die Umgebung jedes Menschen sind unterschiedlich. Genauso unterschiedlich sind daher auch die Ursachen. Sicher ist: Das Burnout-Syndrom entsteht als Folge von chronischem Stress. Dabei gibt es innere und äussere Risikofaktoren:

Innere Risikofaktoren:

  • Überengagement
  • hoher Anspruch an sich selbst
  • hoher Idealismus
  • Perfektionismus
  • überzogene Erwartungen
  • Zweifel am Sinn des eigenen Handelns
  • Person kann schlecht Nein sagen

Äussere Risikofaktoren:

  • Arbeitsüberlastung
  • fehlende Anerkennung
  • Mobbing
  • Ungerechtigkeit
  • wenig Kontrolle über die eigenen Aufgaben

Burnout vorbeugen

Jeder kann zur eigenen Burnout-Prävention beitragen. Dabei geht es vor allem darum, Stress abzubauen. Welcher Ansatz sich dafür am besten eignet, ist von Person zu Person unterschiedlich.

Mögliche Präventive Ansätze:

  • eigene Bedürfnisse wahrnehmen
  • Grundbedürfnisse aufdecken
  • Entspannung und Achtsamkeit
  • Umgang mit Stress
  • Selbstaufmerksamkeit
  • Förderung der Selbstakzeptanz
  • gesunder Lebensstil
  • Professionelle Hilfe aufsuchen und annehmen
  • Flexibilität und Autonomie bei der Arbeit
  • Unterstützung im Team
  • Zeitmanagement
  • Grenzen setzen und Nein sagen
  • Work-Life Balance
  • unrealistische Erwartungen reduzieren

Burnout Behandlung

Die Behandlung von Burnout besteht aus verschiedenen Komponenten und wird auf die betroffene Person abgestimmt. Umso früher die Intervention erfolgt, umso besser verläuft die Behandlung. Wichtige Meilensteine für eine erfolgreiche Behandlung sind: Symptome erkennen, Symptome annehmen und Hilfe aufsuchen oder überhaupt erst Hilfe annehmen.

Weitere Massnahmen sind:

  • Auszeit von der Arbeit mit anschliessender Wiedereingliederung
  • Änderung des Mindsets und Methoden zur Entspannung 
  • Verhaltenstherapie, Körpertherapie, Gruppentherapie, tiefenpsychologische Verfahren usw.

Sind die Beschwerden des Burnout-Syndroms sehr stark ausgeprägt, ist es unter Umständen sinnvoll, die psychotherapeutische Behandlung stationär in einer Klinik durchzuführen. Bei ausgeprägtem Burnout-Syndrom kann kurzfristig auch eine medikamentöse Behandlung Sinn machen.

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